Wanderungsumfrage

Dr. Dominik Böckling präsentierte in der Gemeinderatssitzung am 18.12.2013 die Ergebnisse seiner Umfrage



Bericht zum Download als PDF-Datei


Im Rahmen des Projektes „Demographie-Monitoring“, welches von der VG Höhr-Grenzhausen durchgeführt wurde, stellte sich heraus, dass die Ortsgemeinde Hillscheid im Zeitraum von 2002 bis 2011 von einem überdurchschnittlich starken Bevölkerungsrückgang betroffen war. Die detaillierte Analyse der Bevölkerungsdaten brachte hervor, dass dieser Einwohnerverlust in erster Linie auf ein Wanderungsdefizit zurückzuführen ist, d.h. dass die Anzahl der Fortzüge diejenige der Zuzüge deutlich übersteigt: Über einen zehnjährigen Zeitraum von 2002 bis 2011 hat sich dies auf ein ausgeprägtes Defizit von 152 Personen summiert.

Bei einer innerörtlichen Differenzierung dieser Wanderungsvorgänge zeigt sich zudem, dass der alte Ortskern davon massiv betroffen ist, während sich Zu- und Fortzüge in den Neubaugebieten in etwa die Waage halten. Dies führt langfristig zu einem regelrechten „Aussterben“ des Ortskerns mit weit reichenden negativen Folgen für die Infrastruktur vor Ort.

Aus der amtlichen Statistik des Einwohnermeldeamtes der VG Höhr-Grenzhausen lassen sich in diesem Zusammenhang lediglich das Ausmaß und die räumliche Verteilung der Wanderungsprozesse herauslesen. Aus Sicht der Ortsgemeinde Hillscheid stellt sich jedoch zusätzlich die Frage, inwieweit die Abwanderungen spezifische Bevölkerungsgruppen betreffen und aus welchen Gründen heraus relativ viele Menschen den Ort in den letzten Jahren verlassen haben.

Um Antworten auf diese Fragen zu finden, wurde eine Umfrage unter ehemaligen Hillscheider Bürgerinnen und Bürgern durchgeführt. Die Wanderungsumfrage hat alle Haushalte einbezogen, die zwischen dem 01.01.2002 und dem 30.06.2013 aus Hillscheid weggezogen sind.

Der vorliegende Auswertungsbericht, der von dem Geographen Dr. Dominik Böckling erstellt wurde, stellt die Ergebnisse der Umfrage differenziert und ausführlich dar. Auf dieser Basis lassen sich nicht nur Aussagen über den Wanderungsmotiven treffen, sondern zum Beispiel auch über die verbleibenden Bindungen nach Hillscheid und besonders positive und negative Aspekte unserer Ortsgemeinde, die von den ehemaligen Hillscheidern wahrgenommen wurden. Damit liegt eine qualifizierte Grundlage für die Erarbeitung eines Dorfentwicklungskonzeptes vor sowie erste Anhaltspunkte für die damit verbundene, notwendige Priorisierung von konkreten Maßnahmen.

Ein besonderer Dank gilt allen beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verbandsgemeindeverwaltung, insbesondere Herrn Uwe Reuter vom Einwohnermeldeamt. Ohne diese erfolgreiche Zusammenarbeit wäre eine Durchführung der Umfrage nicht möglich gewesen.