Rückstau von Regenwasser

Das sollten Hauseigentümer über Rückstau aus dem Kanal wissen

Starkregenfälle nehmen zu

Rückstau hat es immer wieder mal gegeben. Denn Kanäle sind aus wirtschaftlichen und technischen Gründen auf ein mittleres Regenereignis ausgelegt, was rein statistisch alle 3 bis 5 Jahre einmal vorkommen kann. So kann bei einem Wolkenbruch der Mischwasser-kanal ganz schnell voll sein. Neu ist hingegen, dass sich anerkannte Meteorologen einig sind: Starkregenfälle werden zukünftig zunehmen. Der Grund: Die Erderwärmung führt zu mehr Verdunstungen von der Erdoberfläche. So können sich Regenwolken prall füllen und dann als sintflutartige Regenfälle entladen.

Kommune haftet nicht

Kommunen müssen für Wasserschäden nach einem so genannten Jahrhundertregen nicht haften. Das hat der Bundesgerichtshof im Mai 2004 entschieden. Städte und Gemeinden müssen dem aktuellen Urteil zufolge in Fällen höherer Gewalt nicht für Schäden einste-hen, die durch eine überlaufende Kanalisation verursacht werden, wenn diese nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik bemessen ist. Demzufolge muss sich jeder Grundstückseigentümer selbst gegen Rückstau sichern.

Veranlasst durch das Starkregenereignis Ende Juli diesen Jahres möchten wir Ihnen ein paar grundsätzliche Informationen liefern, wie Sie Ihr Haus gegen Überflutungen schützen können.

Schutz gegen Rückstau - Das sollten Sie dazu wissen

Die Kanalisation stößt heutzutage immer öfter an ihre Grenzen. Bei schweren Niederschlägen steigt der Wasserpegel dann über die sogenannte Rückstauebene.

Was ist eine Rückstauebene?

Gemeint ist dabei meist die Höhe der Straßenoberkante. Tieferliegende Räume im Souterrain oder Keller werden schnell geflutet. Die Folge: Schäden durch unbrauchbar gewordene Bodenbeläge, Möbel oder Elektrogeräte, triefend nasser Hausrat und jede Menge Ärger und Kosten für die Hausbewohner. Rechtzeitig vorsorgen heißt also die Devise und hier ist als Berater und Ausführender insbesondere der Fachmann gefragt.

Rückstau ist immer möglich

Nach DIN EN 12056-4 kann trotz der Bemessung nach den jeweils geltenden anerkannten Regeln der Technik und eines sorgfältigen Betriebes ein Rückstau jederzeit vorkommen. Öffentliche Misch- und Regenwasserkanäle können aus wirtschaftlichen Gründen nicht so dimensioniert werden, dass sie jeden außergewöhnlichen Regen einwandfrei ableiten können. Bei starkem Regen muss daher mit Stau im Kanal und Rückstau in den Anschlusskanälen gerechnet werden. Grundsätzlich fordern die Gemeinden deshalb jeden Bauherren und Hausbesitzer auf, sich durch den Einbau einer geeigneten Rückstausicherung selbst zu sichern und so Schäden zu verhindern.

Darüber hinaus kann ein Rückstau auch aus folgenden Gründen entstehen:

  • Durch Verstopfungen, Rohrbrüche oder Kanalschäden
  • Durch Pumpenausfall, wenn das Entwässerungssystem an eine Pumpstation anschließt
  • Durch Hochwasser im Vorfluter (Bach oder Fluss), da bei tiefliegenden Gebieten das Abfließen von Regenwasser beeinträchtigt wird
  • Durch Absperrung oder Umleitung des Kanals wegen Reparaturarbeit
  • Durch verstärkten Abwasserzufluss zum Beispiel bei Kanalspülungen, Feuerwehreinsätzen oder durch zusätzliche, ursprünglich nicht vorge