20 Jahre CeraTechCenter

20 Jahre CeraTechCenter - Innovation - Technik - Zukunft


Die Firma Marzi & Remy, Rheinstraße 60

(Autorin: Dr. Nele van Wieringen Museumsleiterin des Keramikmuseums Westerwald)

Das Grundstück, auf dem sich heute das FGK, das ECREF und das CTC befinden, hat eine lange und interessante Geschichte.

Die Rheinstraße, dessen erster Abschnitt früher noch Marktstraße hieß, fängt in der Ortsmitte von Höhr an und wurde Ende des 19. Jahrhunderts stetig verlängert. Das hatte vor allem mit der Industrialisierung zu tun, ein Meilenstein in der Geschichte der Keramik in Höhr-Grenzhausen. Die Erfolge des 16. bis Anfang 18. Jahrhunderts gingen mit der Erfindung des europäischen Porzellans vorbei. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts konzentrierte man sich gezwungenermaßen auf die handwerkliche Herstellung von grau-blauem Gebrauchsgeschirr.

Abbildung 1: Gelände Marzi & Remy 1952 (Quelle: Archiv Heribert Fries)

Immer wieder wurde ein Mangel an Fortschritt im Kannenbäckerland beklagt. Man möge doch endlich aufhören „das Geschäft so handwerksmäßig zu betreiben“.[1] Mit der Anstellung des Formengießers, Modelleurs und Siderolithwaren-Herstellers Reinhold Hanke aus Böhmen kam ab 1864 die erwünschte technische und künstlerische Erneuerung in Gang. Er gründete 1868 die erste große Fabrik für künstlerisches Steinzeug und zog kurz darauf in die Rheinstraße 12 um. Hanke stieg innerhalb von 10 Jahren zum Hoflieferanten der Kaiserin Augusta auf und hatte mehr als 100 Arbeiter im Dienst. Feinsteinzeugfabriken sprossen jetzt wie Pilze aus dem Boden.

So kam es, dass am 15. Juli 1879 auch Anton Marzi, zusammen mit seinem Schwager Simon Peter Remy, seine Kannenbäckerei in ein industrielles Unternehmen umwandelte. Sie stellten nun, dem Zeitgeschmack entsprechend, „verziertes Steinzeug in antikisierter Art“ im Salzbrand her. Das Anwesen in der Mittelstraße 12 erwies sich bald als zu klein und die Firma siedelte in die Rheinstraße 19-23, heute Nr. 60, um. Hier hatte Simon Peter Remy ein Grundstück. Der Betrieb lag damals unmittelbar am Ortseingang und war von Hopfenfeldern umgeben.

Die Herstellung dieses reichverzierten Steinzeugs erforderte neue Herstellungsverfahren und Arbeitstechniken, die vor Ort kaum einer beherrschte. So wurden überall Fachkräfte aus Böhmen oder Bayern angeworben. Diese waren gut ausgebildete Glasmaler, Zinngießer, Modelleure und Dreher. Hinweise, wie die sich verdoppelte Anzahl an Katholiken in Höhr zwischen 1862 und 1893, bestätigen die große Einwanderungswelle. Ab 1887 gründeten die Migranten sogar ihren eigenen Männergesangsverein „Edelweiß“, unter der einheimischen Bevölkerung anfangs auch bekannt als „Fremdenlegion“.

Der Erfolg einer Firma hing maßgeblich von den Fähigkeiten ihres Modelleurs ab, der gesellschaftlich höher angesehen war, als andere Arbeiter. Modelleure posierten auf Firmenbildern oft neben dem Inhaber selbst. Von der Bevölkerung wurden diese Männer mit ihren Krempelhüten als „Künstlerclique“ gesehen.

Die Firma Marzi & Remy warb aus Berlin Gustav Thinwiebel (1853-1933) an. Vermutlich kam er aus der Porzellanindustrie. In der Firmenchronik wird er als „tüchtiger, um die Entwicklung des Betriebes verdienter Modelleur“ beschrieben.

Abbildung 2: Werbung Marzi und Remy vor 1900 (Quelle: Archiv Keramikmuseum Westerwald)

1881 wurde eine eigene Zinngießerei eingerichtet, so mussten die Krüge zum Beschlagen nicht mehr nach Bayern geschickt werden. Für die Zinngießerei warb man wiederum Fachkräfte von dort an.

Eine neue Mode entstand ebenfalls in dieser Zeit: das Elfenbeinsteinzeug. Ein schönes Wort für buntbemaltes Steingut, was in der Herstellung viel kostengünstiger war als das echte Steinzeug. Die Nachfrage war so hoch, dass bald ein zweiter Rundofen gebaut werden musste. Ab 1898 erfolgte die Elektrifizierung des Betriebs, wovon vor allem die 48 Dreher profitierten.

Der Fortschritt nahm seinen Lauf und damit gewannen alle Unternehmer. 1884 erfolgte der Bahnanschluss, der den zeitaufwendigen Fuhrtransport zum Rhein ersetzte. 1892 wurde die Wasserleitung in Betrieb genommen. Auch politische Geschehnisse gingen nicht spurlos am Kannenbäckerland vorbei. 1907 streikten die Steinzeugdreher, der erste Streik in der Region. Die Firma Marzi & Remy lag 3 Monate fast still. Erste Versuche einer Kartellbildung wurden 1910 gestartet, denn die Konkurrenz, vor allem aus Adendorf im Rhein-Sieg-Kreis, war hart. „Die guten Zeiten, in denen angemessen verdient wurde, waren aber vorbei“, so der Chronist der Firma. Denn der Erste Weltkrieg brachte den Warenverkehr zum Erliegen und viele Arbeiter mussten an die Front. Während der amerikanischen Besatzung ab 1918 wurde die Firma sogar zu einer Reparaturwerkstatt für Kraftwagen umgewandelt.

Abbildung 3: Marzi & Remy 1929 Belegschaft (Quelle: Archiv Heribert Fries)

Nach dem Tod der beiden Firmengründer 1918 und 1924 übernahmen Werner Remy und Johann Otto Bühler, Schwiegersohn von Anton Marzi, die Leitung und lotsten die Firma durch die schwierige Krisenzeit der Zwanzigerjahre. Der Auftragsrückgang sorgte überall für Entlassungen. Der Nationalsozialistische Kampfbund für den gewerblichen Mittelstand verbot ab 1933 Preissenkungen und rief ein Zwangskartell ins Leben. Es durften keine neuen Firmen gegründet werden, die Gewerbefreiheit wurde aufgehoben, Löhne wurden festgesetzt und die Betriebe einer fortlaufenden Kontrolle unterworfen. So spricht 1933 manch eine Firmenchronik über einen Konjunkturanstieg, dessen Grund meist nicht genannt wird. Auch Marzi & Remy profitierte hiervon, die Mitarbeiterzahl stieg zwischen 1932 und 1939 von 53 auf 170. Zudem führte die Firma glattglasierte Ziergefäße in ihr Sortiment ein, die gut verkauft wurden.

Über den Einsatz von Kriegsgefangenen oder Zwangsarbeitern ist Frau Dr. van Wieringen bei der Firma Marzi & Remy nichts bekannt. Insgesamt arbeiteten 609 Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene in Höhr-Grenzhausen.

Nach dem zweiten Weltkrieg lag die Firma zuerst still; die Inhaber befanden sich in Kriegsgefangenschaft oder waren inhaftiert. Nach der Rückkehr fing man mit 25 Mitarbeitern neu an und stellt vor allem einfaches Gebrauchsgeschirr her, das eine große Nachfrage hatte.

Als 1950 die Marshallplanhilfe angenommen wurde, nahm die Firma wieder die Herstellung des alten Feinsteinzeugs auf und der Export setzte erneut ein. 1953 war die Belegschaft auf 170 Arbeiter angewachsen. Das Wirtschaftswunder kam nun auch im Kannenbäckerland an. Neue Gebäude wurden bezogen, alte abgerissen und neue Ofentypen, wie der Tunnelofen, fanden ihren Einsatz. Eine Zweigstelle in Herschbach wurde eingerichtet und immer schneller folgten neue Formen und Dekore aufeinander, die vor allem günstig und bunt sein sollten. Das Sortiment wurde nach Gebrauchsgeschirr und sogenannter Zierkeramik unterschieden. Mindestens einmal im Jahr stellten die Firmen ihre Neuheiten in Katalogen vor. Asymmetrische Vasen, Goldstaub, Kristallglaskeramik, Schrumpf- und Lavaglasuren sind typische Entwicklungen aus dieser Zeit. Auch die Ehefrau des Inhabers, Erika Bühler, fertigte Entwürfe an.

Nach dieser positiven Entwicklung geriet das Unternehmen Anfang der 80er Jahre in wirtschaftliche Schwierigkeiten, so dass es 1984 und 1990 zum Konkursverfahren kam. Grund waren die Billigimporte aus China, die nur ein Drittel des deutschen Preises kosteten. Die Firma beschäftigte 1984 noch 173 Mitarbeiter. 1996 wurde Marzi & Remy nach 117 Jahren endgültig geschlossen.

Fünf Jahre später wurde an der Rheinstraße 60a ein neues Kapitel aufgeschlagen: der erste Spatenstich wurde gesetzt und 2003 konnte das CeraTechCenter (CTC) als Technologie- und Gründerzentrum für keramische Werkstoffe eröffnet werden. Dieses wird seit jeher von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kannenbäckerstadt mbH (WfG) als 100% Tochter der Stadt Höhr-Grenzhausen betrieben. Am 25. April 2023 wird das 20-jährige Bestehen gefeiert, zudem auch Interessierte sowie alle Bürgerinnen und Bürger für einen Blick hinter die Kulissen bereits jetzt herzlich eingeladen sind. An dieser Stelle folgen zu gegebener Zeit weitere Details.

Für weitere spannende Informationen zur Historie der keramischen Traditionen und noch viel mehr besuchen Sie gerne das „Keramikmuseum Westerwald“ immer dienstags bis sonntags in der Zeit von 10 - 17 Uhr in der Lindenstraße 13. Das CTC als Technologie- und Gründerzentrum und die WfG Kannenbäckerstadt mbH finden Sie in der Rheinstraße 60a.

[1] Mittheilung für den Gewerbeverein des Herzogtums Nassau Nr. 1, 1863, S. 4.



Das Wunder von Höhr-Grenzhausen - Wie ein totgesagtes Technologie- und Gründerzentrum zur neuen Blüte erstrahlt

(Autorin: Margret Müller Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kannenbäckerstadt mbH / Betreiberin des CeraTechCenters)

Mit dem Abriss des alten Keramikbetriebes Marzi & Remy und dem Neubau des CeraTechCenters (CTC) als Technologie- und Gründerzentrum für keramische Werkstoffe sollten „innovative Existenzgründer und Unternehmen aus dem Bereich der keramischen Werkstoffe und Technologien angesiedelt werden“, so ist es aus der Pressemitteilung der Geschäftsführung vom 08.04.2003 zu entnehmen. Insgesamt wurden hierfür rund 4,5 Millionen Euro investiert. Hiervon stellte das Land Rheinland-Pfalz 2,9 Millionen Euro bereit.

  1. Zum damaligen Zeitpunkt wurde die Keramikbranche von einem starken Strukturwandel getroffen, sodass in der Region und von der Keramik geprägten Verbandsgemeinde viele Betriebe ihre Produktion einstellten und Arbeitsplätze verloren gingen. So umfasste dieser Wandel hauptsächlich den Bereich der klassischen Keramik (Ziegel-, Sanitär-, Geschirr- und Zier-, Feuerfest-, Fliesen- und Röhrenkeramik) jedoch nicht den aufstrebenden Bereich der Hochleistungskeramik bzw. technischen Keramik. Vor allem die positiven Eigenschaften des keramischen Werkstoffs wie z.B. Hochtemperaturfestigkeit, Korrosionsbeständigkeit, Härte und Verschleißfestigkeit führten zu ihrer Schlüsselrolle in weiteren Branchen wie dem Maschinen- und Anlagenbau, Verfahrens- und Umweltschutztechnik, Hochtemperaturtechnik, Elektrotechnik, Elektronik, Fahrzeugbau, Medizintechnik, Textilindustrie. Diese Branchenvielfalt verdeutlicht den breiten Wirkungskreis sowie den branchenübergreifenden Nutzen der sog. Technischen Keramik. Hinzu kamen die räumliche Nähe zu Forschungsinstituten und der Hochschule Koblenz (damaligen Fachhochschule). Diese Synergien galt es zu nutzen, zu erhalten und zu erweitern. Daher wurde bereits von Beginn an dem Bildungs- und Forschungszentrum Keramik (BFZK e.V.) hohe Bedeutung beigemessen. Das CTC ist ebenso Mitglied des BFZK, wie die Berufsbildende Schule Montabaur Außenstelle Keramik (BBS), die Staatliche Fachschule für Keramik, die Hochschule Koblenz Fachbereich Bauen Kunst Werkstoffe, das Institut der Hochschule Koblenz für Künstlerische Keramik und Glas (IKKG), das Forschungsinstitut für anorganische Werkstoffe Glas/Keramik GmbH (FGK), das European Centre for Refractories gGmbH (ECREF) und das Keramikmuseum Westerwald. Dieser Zusammenschluss der ortsansässigen keramischen Bildungs- und Forschungseinrichtungen ist somit europaweit einzigartig und bekommt demnach eine entschiedene Bedeutung beigemessen (vgl. Machbarkeitsstudie zur Errichtung des Technologie- und Gründerzentrums).
Abbildung 1: Richtfest 2001 CeraTechCenter

2000 erfolgte die Eintragung der Betreibergesellschaft „Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kannenbäckerstadt mbH“ (WfG) im Handelsregister. Gegenstand des Unternehmens ist die Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen Struktur durch Wirtschaftsförderung und Entwicklungsmaßnahmen im Stadtgebiet. Die zentrale Aufgabe der WfG ist die Verwaltung und Vermarktung des CTC. Als Anlaufstelle für Fragen rund um das Thema Existenzgründung richtet sich das CTC an alle Gründer und technologieorientierte Unternehmen, insbesondere aus dem keramischen Sektor. Zur Zielgruppe gehören auch Hochschulabsolventen und Firmen, die entsprechende Bereiche und Projektarbeiten auslagern wollen.

Der Ausbau des CTC erfolgte in mehreren Stufen, sodass zur Eröffnung im April 2003 in der 1. Ausbaustufe ca. 850 m² Büro-, Werkstatt und Laborflächen ab einer Mietfläche von 50m² zur Verfügung standen. In der 2. Ausbaustufe erfolgte die Fertigstellung der beiden Hallen sowie des Kellergeschosses des CTC. Sodass insgesamt eine Fläche von 4.393 m² auf dem Gelände geschaffen wurden.

Die WfG unterstützt Gründungen durch die Bereitstellung von Wagniskapital in Form eines Mietzuschusses, der als De-Minimis-Beihilfe gekennzeichnet ist. Durch diese Art der Förderung können Gründer für die beschränkte Dauer eines Jahres vergünstigt Räume anmieten. Hierdurch werden im vertretbaren Rahmen finanzielle Entlastungen junger Geschäftsideen bereitgestellt. Auch der Bedarf an projektorientierter Anmietung flexibler Gewerbeflächen auf Seiten von Forschungseinrichtungen und der Industrie ist durch diese Entwicklungen gestiegen. So bietet das CTC ein umfassendes Leistungsspektrum. Es beinhaltet neben der Vermietung von Büro-, Labor- und Produktionsräumen auch die Möglichkeit zur Nutzung von technischem Gerät der FGK GmbH, der Hochschule Koblenz und der ECREF gGmbH (z.B. Hochtemperaturofen) für Forschung und Entwicklung. Außerdem unterstützt das CTC Gründungswillige bei der Erstellung des Businessplanes und vermittelt Kontakte zu Kapitalgebern. Die Besonderheit des Standortes zeichnet sich demnach durch bewährte und zukunftsorientierte Netzwerke von keramischen Einrichtungen und Instituten aus. Daraus ergeben sich Synergien, die gerade für Existenzgründer von großem Vorteil sind. Junge Unternehmen greifen auf die vielseitige technische Infrastruktur des FGK sowie der Hochschule Koblenz zurück und vermeiden dadurch die Kosten für aufwendige Investitionen in der Gründungsphase. Mit der Ansiedlung des ECREF wurden weitere fachliche Kompetenzen aus dem Bereich der feuerfesten Werkstoffe am Westerwaldcampus gebündelt. Alle Einrichtungen des BFZK unterstützen sowohl Gründer als auch Unternehmen im Bereich der Forschung und Entwicklung bei der erfolgreichen Umsetzung ihrer jeweiligen Vorhaben im keramischen Bereich. Sie dienen zudem als Inkubatoren für neue Produkte, Verfahren und Projekte.

Abbildung 2: Gründereinheit im CeraTechCenter

Zwischenzeitlich ist das CTC voll ausgelastet und damit ein Indiz der eingeschlagenen Vermarktungsstrategie, der sehr guten Netzwerkarbeit und auch der Wirtschaftsentwicklung. Gleichzeitig wird bei genauerer Betrachtung der notwendige lange Atem bei der Wirkung der eingeschlagenen Maßnahmen sichtbar.

Nach wie vor ist das CTC eine strukturbildende Maßnahme, die über die Gebäudegrenzen hinweg wahrgenommen wird. Nicht nur im Gebiet der Stadt Höhr-Grenzhausen ist das Technologie- und Gründerzentrum eine erste Anlaufadresse für Gründungswillige und Unternehmen. Vielfach erhält die wichtige Arbeit mit den Betroffenen erst ihre Wirkung, wenn bspw. Gründer in Nachbarkommunen innerhalb der Verbandsgemeinde einen neuen passenden Standort finden oder gar überregionale Anfragen unkompliziert bei der Ansiedlung unterstützt werden. So ist es ein wesentlicher Faktor im Sinne einer modernen Wirtschaftsförderung nicht an Gemeindegrenzen zu stoppen. Erst mit diesem Ansatz kann eine nachhaltige Ansiedlung vor Ort passieren und die Stärken und Potentiale aller Ortsgemeinden entsprechend eingesetzt werden. Auch konnte während der Pandemie ein Unternehmen vorübergehend in das CTC aufgenommen werden. Zwischenzeitlich wird sogar über eine dauerhafte Ansiedlung in der Verbandsgemeinde nachgedacht. Durch das aktive, verbindliche und schnelle Handeln der WfG konnte das Unternehmen für den Standort Höhr-Grenzhausen und damit für die Verbandsgemeinde gewonnen werden. Da das Unternehmen über eine hohe Reputation verfügt, werden hierdurch auswärtige Besucherinnen und Besucher angelockt.

Zum aktuell größten Potential entwickelt sich die Ansiedlung des 3DK initiiert durch das FGK. Das Projekt beinhaltet eine Kooperation des FGK mit der Hochschule Koblenz und der Universität Koblenz-Landau. Mit der Projektansiedlung will das Land ein Kompetenzzentrum für „additive Fertigung“ im nördlichen Rheinland-Pfalz aufbauen, um einen Gegenpol zum Standort Kaiserslautern zu bilden. Unter dem Begriff additive Fertigung wird die Herstellung von plastischen Gegenständen, welche zuvor am PC in Form von CAD-Daten entworfen wurden verstanden. So können Bauelemente, Teile oder vollständige Produkte durch das schichtweise Aneinanderfügen eines formlosen Ausgangsstoffes entstehen. Neben Kunststoffen kann auch Keramik zum 3D-Druck verwendet werden. Am 28.09.2019 wurde dazu ein Förderbescheid über 5,3 Millionen Euro vom Wirtschaftsministerium an das FGK übergeben. Die Projektansiedlung des FGK fügt sich in die bestehenden Netzwerke und Profile der im CTC ansässigen Unternehmen hervorragend ein und bereichert das CTC um ein zukunftsorientiertes Kompetenzzentrum für die neuen Technologien der additiven Fertigung. Auch wird hierdurch die Hoffnung geschürt, durch das vom Ministerium großzügig geförderte Forschungsprojekt weitere Gründungen aus dem Bereich der technischen Keramik in Höhr-Grenzhausen anzusiedeln und zu entwickeln.