„Immer was los…“ Alles gut hier? Was seit der Online-Umfrage geschehen ist: Heutiges Thema „Gesundheitsversorgung“: Neue Ärzte, Gemeindeschwesterplus und ein gutes Netzwerk


Die Bewertung mit ca. 6,5 von 10 möglichen Punkten sah dann aber alles andere als rosig aus. Kein Top- Zustand, den die Menschen vor Ort der Gesundheitsversorgung in unserer Verbandsgemeinde bescheinigten. Die Verwaltung war verwundert: Haben wir doch einige Hausärzte vor Ort, ebenso Apotheken, Physiotherapeuten etc. Doch manchmal ist ein zweiter Blick nötig, um eine gute Diagnose stellen zu können – oder ein Blick auf die Kommentare, welche die Teilnehmenden der Verwaltung zusandten: Aktuell fühlen sich die Bürgerinnen und Bürger noch gut versorgt, aber was ist in 10, 15 Jahren? Werden wir dann immer noch genügend Hausarztpraxen vor Ort haben, von Fachärztinnen und Fachärzten ganz zu schweigen? Ein Thema, welches nicht nur ältere, sondern auch jüngere Menschen beschäftigt – und die Verwaltung. Mit dem Ergebnis der Umfrage im Kopf haben wir uns daraufhin auf den Weg nach Mainz zu der Beratungsstelle für Kommunen der Kassenärztlichen Vereinigung gemacht.

Schnell war klar: Es ist nicht so leicht eine Praxis zu eröffnen, wie mancher Patient vielleicht denken mag. Nicht jede Fachrichtung wird an jedem Ort problemlos zugelassen, es gibt eine bestimmte Anzahl von Arztsitzen, die in bestimmten Regionen besetzt werden dürfen. Für die Verwaltung war wichtig zu wissen, wie unsere Ärztinnen und Ärzte hier vor Ort die Situation einschätzen und organisierte gemeinsam mit einem Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung ein entsprechendes Zusammentreffen. Viele Medizinerinnen und Mediziner waren dabei und diskutierten über die Gesundheitsversorgung in Höhr-Grenzhausen, Hillscheid, Hilgert und Kammerforst. Besonders im Fokus stand dabei das Thema Praxis-Nachfolge: Denn dass wir alle nicht jünger werden, das wissen wohl vor allem die Ärzte gut. Erstens ist es gerade für ältere Menschen manchmal nicht so einfach, in die Hausarztpraxis zu gelangen oder gar zur Fachpraxis in eine andere Stadt zu fahren. Zweitens kommt das Rentenalter irgendwann auch für den vertrauten Arzt, den man schon jahrelang kennt. Umso wichtiger ist es über Nachfolge und Mobilität nachzudenken. Eine große Hilfe ist für viele Menschen das BürgerMobil innerhalb der Verbandsgemeinde. Damit dieses gut organisiert funktionieren kann, gilt ein besonderer Dank unseren Arztpraxen vor Ort, die auf die Abhol-  und Bringzeiten der älteren Patienten bestmöglich Rücksicht nehmen und dies dementsprechend einplanen. Und selbstverständlich gilt dieser auch den ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrern. Eine gute Lösung für viele Menschen. Das Thema Nachfolge bleibt aber weiterhin eine Herausforderung für die nächsten Jahre. Es erfordert im besten Falle eine gute Zusammenarbeit ganz unterschiedlicher Akteure wie Verwaltung, Vermietung, aktuellen Praxisinhaberinnen und -inhabern und interessierten jungen Medizinern und Medizinerinnen.

Deshalb freut sich Bürgermeister Thilo Becker über eine positive Veränderung, die sich im Laufe des Jahres 2019 entwickelt hat: „Wir dürfen eine neue Ärztin und einen neuen Arzt in unserer Verbandsgemeinde begrüßen. Seit einigen Wochen gibt es eine weitere HNO-Praxis – Praxis HNOplus – auf dem GeTeFo-Gelände in der Bergstraße in Höhr-Grenzhausen. Spannend finde ich die Ausrichtung der Praxis, die unter anderem Schwerpunkte auf die Behandlung von Kindern und älteren  Menschen mit Demenz legt. Ich freue mich sehr, dass sich Frau Dr. Stelzig und Herr PD Dr. Jacob für den Standort Höhr-Grenzhausen entschieden haben. Wir konnten die beiden Ärzte bei ihrer Suche nach einem Standort unterstützen und schnell wurde uns klar, dass die Mediziner Höhr-Grenzhausen insbesondere wegen der guten Verkehrsanbindung als Standort favorisieren. Dabei war gerade die gewünschte Praxisgröße eine kleine Herausforderung und selbstverständlich sollten auch Parkplätze und ein barrierefreier Zugang gegeben sein. Heute kann ich mich bei allen Beteiligten für die Unterstützung bedanken.“ Auf dem alten GeTeFo-Gelände ist mittlerweile ein Bereich rund um das Thema Gesundheit entstanden. Das lila Ohr auf dem Platz vor dem Gelände zeigt, dass auch das Fachgeschäft Becker Hörakustik sich für neue Räumlichkeiten auf dem GeTeFo-Gelände und einem Umzug innerhalb Höhr-Grenzhausens entschieden hat.










Neben dem Fachbereich Hals-Nasen-Ohren ist dort seit kurzem auch die Praxis für Frauen von Herrn Dr. Klinkner zu finden, die zuvor in der Rathausstraße ansässig war. Der Arzt sowie die Hebamme Frau Cathrin Klinkner kümmern sich mit einem erfahrenen Team nun in der Bergstraße um die Gesundheit von Mädchen, Frauen und werdenden Müttern. Sie begleiten Patientinnen aus der Umgebung schon seit vielen Jahren und freuen sich nun über neue, moderne Praxisräume. „Eine schöne Entwicklung, die auf dem alten Industriegelände stattfindet. Am wichtigsten ist mir, dass sich unsere Bürgerinnen und Bürger gut versorgt fühlen. Ausreichend Arztpraxen vor Ort zu haben ist ein maßgeblicher Baustein, aber auch Apotheken, Therapie- und Sportangebote und vieles mehr gehören zum Thema Gesundheit. Ich bin froh, dass wir hier Menschen haben, die in diesen Bereichen tätig sind. Mit diesen möchten wir auch in Zukunft ein starkes Netzwerk ausbauen. Gerade ältere Bürgerinnen und Bürger wünschen sich oft, lange fit und selbstständig zu bleiben, aber auch jemanden, der sie dabei begleitet. Das wurde auch in den Kommentaren der Umfrage nochmals klar deutlich“, so Bürgermeister Becker.

Daher hat sich die Verwaltung entschieden, eine Bewerbung bei dem Projekt Gemeindeschwesterplus des Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz einzureichen. Wir freuen uns, dass der Antrag bewilligt wurde und die Stellenausschreibung für die Teilzeitstelle erfolgte. Anfang des Jahres 2020 soll die Gemeindeschwester älteren Bürgerinnen und Bürgern verstärkt zur Seite stehen. Als Ansprechperson für ältere Seniorinnen und Senioren und deren Angehörigen sollen sie in naher Zukunft in der Verbandsgemeinde unterwegs sein und auch im Rathaus feste Sprechzeiten erhalten. Ältere Menschen bekommen so Unterstützung und Beratung mit Blick auf soziale Leistungen, Wohnsituation oder dem Aufbau und Erhalt von Kontakten sowie passende Angebote hier direkt vor Ort: beispielsweise dem BürgerMobil, Seniorentreffen, Bewegungsangebote, Veranstaltungen etc. Durch den engen Kontakt mit dieser Zielgruppe soll auch geprüft werden, welche Art von Angeboten innerhalb der Verbandsgemeinde fehlen oder ausgebaut werden könnten, damit unsere ältere Bevölkerung noch lange selbstständig leben kann.

Es gibt also keinen Grund für einen gelben Schein für die Gesundheitsversorgung in unserer Verbandsgemeinde. Mit einer guten Grundkonstitution bewegt sich gerade viel in diesem Themenbereich. Und wie wir alle wissen: Bewegung ist gut für die Gesundheit!

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