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Keramikmarkt 2020


Das Interesse an Töpferware war so stark, dass in Deutschland die ersten Töpfermärkte veranstaltet wurden. Auch in Höhr-Grenzhausen fand 1979 der erste Keramikmarkt statt. Die heimischen TöpferInnen der Innung nahmen an diesem ersten Markt, auch auf die wiederholte Bitte des Bürgermeisters Wendelin Knesen, nicht teil. Einige KollegInnen befürchteten Probleme mit ihren Wiederverkäufern, die es nicht gerne sahen, dass Keramik zu Werkstattpreisen direkt „auf der Straße“ verkauft wird.


Die Innungsbetriebe öffneten also am Markttag lediglich ihre Werkstätten — mit großem Umsatzerfolg. Nur ein paar Werkstätten waren von Anfang an beim Marktgeschehen dabei: unter anderem der Rembserhof der Familie Gelhard, Töpferei und Museum im Kannenofen der Familie Peltner und das KeramStudio Becher. Auch die Firmen Girmscheid, Schilz und Wolbring standen 1979 im Ausstellerverzeichnis und sind heute noch aktiv. So manch imposantes Bild ist dabei im Kopf geblieben: z.B. das stattliche Ross, das einen Leiterwagen voller Ware von Eduard Becher zum Standplatz zog. In original Westerwälder Tracht verkauften dort seine MitarbeiterInnen die keramische Ware. Es war die absolute Attraktion und die Leute kauften so viel, dass bereits am frühen Nachmittag Nachschub aus der Werkstatt geholt werden musste.


Beim zweiten Keramikmarkt waren dann auch die Innungstöpfereien dabei. Die Stadt Höhr-Grenzhausen fertigte eigens für die Innung einen 24 Meter langen Gemeinschaftsstand an. Doch es ging nicht nur darum, Ware zu präsentieren, sondern auch um das Handwerk selbst. In der Mitte befand sich ein Pavillon, in dem das Töpfern und Dekorieren demonstriert wurde. Bei diesem ersten Innungsauftritt fand lediglich eine Ausstellung der Töpfereien statt. Erst 1981 wurde zum ersten Mal auch verkauft. Der Erfolg war so groß, dass schon bald einzelne Werkstätten in den Folgejahren eigene Stände hatten und der Gemeinschaftstand um ´85/86 eingestellt wurde. Daher blieben die Teilnehmerzahlen in den ersten drei Jahren unter 100 Ausstellern. Seitdem gab es einen stetigen Anstieg — bis 1994 ganze 204 Teilnehmenden dabei waren.

Um zu verhindern, dass die Teilnehmerzahl stetig wächst und der Markt zu groß wird — auch mit Blick darauf, dass der „Umsatz-Kuchen“ ja nur einmal verteilt werden kann — wurde 1993 ein Auswahlverfahren durch eine Jury eingeführt. Sie besteht aus sieben fachkundigen Personen, die jedes Jahr aus mehr als 200 Bewerbungen maximal 150 KeramikerInnen auswählen. Hierzu reichen die BewerberInnen drei aktuelle Fotos ihrer Waren ein, einen Nachweis ihrer keramischen Ausbildung oder einen Beleg, dass sie mit ihrer keramischen Tätigkeit überwiegend ihren Lebensunterhalt bestreiten. Sogenannte „Hobbykeramiker/innen“ und HändlerInnen, die nicht selbst produzieren, sind auf dem Markt nicht zugelassen. Der Keramikmarkt ist international bekannt. Alljährlich kommen viele Ausstellende aus ganz Europa, z.B. aus Polen, England, Schottland, Italien, Spanien, Frankreich, Belgien, den Niederlanden oder der Tschechischen Republik. Insgesamt nehmen auch rund 40 Keramikwerkstätten aus dem Westerwald teil. Diese erhalten generell eine Zulassung zum Keramikmarkt und unterliegen nicht der Juryauswahl.

1998 wurden bei der Vermarktung und beim Rahmenprogramm einige Neuerungen eingeführt. Mit der Nassauischen Sparkasse kam ein Sponsor hinzu, der seither die Herausgabe eines umfangreichen Flyers ermöglicht sowie das aufwendige Rahmenprogramm mitfinanziert. Des Weiteren findet der Keramikmarkt seitdem an zwei Tagen, samstags und sonntags, statt. Mit dem legendären Auftritt von Bärenspiel auf dem Laigueglia-Platz — damals letztmalig mit Mitbegründer Siegbert Mück — startete der Reigen von kostenfreien Naspa-Open-Air-Konzerten.


Zwischen 2001 und 2015 fand das Konzert immer im Stadtpark statt, danach wieder mitten in der Marktzone auf dem Laigueglia-Platz. Mitte der neunziger Jahre veränderte sich auch der Standort des Marktes. War er zunächst im Bereich Rathausstraße/ Sonnenweg angesiedelt, „zog“ er immer weiter in Richtung Grenzhausen, bis er dann 2002 seinen endgültigen Platz in Verbindung mit dem Keramikmuseum Westerwald gefunden hat. Seit 2002 wird alljährlich ein Gastland eingeladen. Erstes Gastland war damals Österreich. Seither kamen speziell ausgewählte KeramikerInnen unter anderem aus Belgien, Frankreich, England, Tschechien oder Polen. 2013 präsentierten sich KeramikkünstlerInnen